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Wissenswertes über Wolle

Das geschorene Haarkleid der Schafe ist vermutlich seit der Bronzezeit als textiles Material bekannt. Bei den Ägyptern wurde die Wollmanufaktur bereits in grossem Umfang betrieben.
Das Schaffell besteht aus den äusseren, steifen und groben Haaren, die als Schutz gegen die Witterung dienen, sowie aus den inneren, weichen und feinen Haaren, die die Körperwärme regulieren. Die eigentliche Schafwolle wird aus den inneren Haaren gewonnen. Charakteristisch für das flauschige Material ist die schuppige Aussenschicht des Haares und seine Kräuselung, die je nach Rasse sehr unterschiedlich ist. Je gleichmässiger die Faserstruktur, umso besser ist die Qualität der Wolle.
Während des Wollwachstums produzieren Talgdrüsen das körpereigene Fett Lanolin, das jedes Wollhaar umhüllt und die Haare aneinander bindet, so dass keine Feuchtigkeit auf die Haut gelangt. Lanolin wird auch als Kosmetikprodukt und in der Heilkunde verwendet. Die Schafe werden entweder einmal oder zweimal im Jahr geschoren. Das geschorene Fell der Schafe nennt man auch Vlies. Die beste Wolle wächst auf dem Rücken und an den Seiten. Im Durchschnitt liefert jedes Schaf je nach Rasse und Alter ca. 3,5 Kilogramm Wolle.
Nach der Schur wird die Wolle nach Farbe und Qualität sortiert und gewaschen. Dadurch verliert die frisch geschorene Wolle, auch Schweisswolle genannt, mindestens die Hälfte an Gewicht. In dem von Fett und Verschmutzungen gereinigten Vlies sind alle Fasern noch wild verteilt. Falls die Wolle nicht ihren natürlichen Farbton behalten soll, ist dies auch der Zeitpunkt, um sie zu färben. Bevor das Material weiter verwendet werden kann, muss es aufgelockert und gekämmt werden - man nennt diesen Vorgang Karden oder Kardätschen. Dann beginnt die weitere Verarbeitung der Fasern, sie werden zu Garn gesponnen.
Der Beginn der Fertigkeit, Wolle zu einem Faden zu zwirbeln, liegt vermutlich mehr als 5'000 Jahre zurück. Bis heute wird die Handspindel verwendet, um Faden herzustellen, das Spinnrad - erfunden um das Jahr 1'000 u.Z. in China - hielt ab den 17. Jahrhundert Einzug in die Bauernhäuser und bürgerlichen Wohnstuben. Beim Spinnen wird durch Verziehen und Zusammendrehen einzelner kurzer Fasern oder Faserbündel ein gleichmässiger Faden hergestellt, der dann auf ein Knäuel oder zu einem Strang gewickelt wird. Das Prinzip des Spinnens wird heute noch bei modernen Spinnereimaschinen angewendet.
Aus der Rohwolle wird ausserdem Filz hergestellt: Dazu werden die Fasern gewalkt und unter Einwirkung von feuchter Wärme, Druck und Seife dicht verschlungen. Wolle gilt als einer der besten und gesündesten Rohstoffe, den es für Textilien gibt: Je nach Qualität und Stärke werden die Garne für Oberbekleidung, Strümpfe, Sportstoffe bis hin zu rustikalen Strickwaren und Teppichen verwendet. Aus Filz werden unter anderem Hüte und Hausschuhe hergestellt.


Eigenschaften von Wolle:
  • wasserabweisend
  • isolierend durch Lufteinschlüsse der gekräuselten Fasern
  • elastisch
  • schwer entflammbar
  • kann 1/3 des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und an die Umgebungsluft abgeben, ohne sich nass anzufühlen, beim Trocknen auf der Haut entsteht keine Unterkühlung
  • Wolle wird nachgesagt, dass sie Entzündungen zum Abklingen bringt (Weltkriegsverband)
  • Lanolin hilft bei Arthrosen und Rheuma; Nervenentzündungen werden beruhigt
  • Wollfasern reinigen sich selbst
  • Wolle kann Giftstoffe binden und neutralisieren
  • durch Weichheit der Wolle entsteht ein zusätzliches Wärmegefühl
  • sehr gute Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/mK (daher auch sehr gut zur Dämmung von Gebäuden geeignet)





Schafschur im Mittelalter



Dornröschen, Alexander Zick, 1890