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Wissenswertes

Es ist sicher nicht verwunderlich, dass Tierfasern schon seit Jahrtausenden im Einsatz der Menschheit sind. Neben Haare und Wolle, die schon in der Bronzezeit bevorzugt für die Herstellung von Textilien verwendet wurden, soll auch die kostbare Seide bereits vor 5'000 Jahren entdeckt worden sein. Die älteste Baumwolle wurde in Mexiko gefunden, ihr Alter wird auf fast 8'000 Jahre geschätzt.

Dass aber unsere Vorfahren schon in der Steinzeit Pflanzenfasern zu Seilen und Textilgeweben verarbeiteten, ist durchaus erwähnenswert. Zu den ältesten Pflanzenfasern zählt bei uns die Brennnessel. Flachs und Hanf kamen aus Asien über verschiedene Wege nach Mitteleuropa. Im fernen Osten gehört die Ramie zu den ältesten, heute noch in Gebrauch befindlichen Faserpflanzen. Im Mittelalter wurde die Baumwolle auch in unseren Breiten bekannt, konnte sich aber lange Zeit nicht gegen die etablierten Pflanzenfasern durchsetzen. Erst im 19. Jh. nahm der Anbau von Hanf, Flachs und Nesseln in Mitteleuropa aus wirtschaftlichen Gründen ab. Denn mit der Industrialisierung und der Entwicklung von Maschinen für die Baumwollverarbeitung ging die vergleichsweise arbeitsintensive Verarbeitung von Faserpflanzen wie Hanf oder Flachs und damit die Nachfrage nach Rohfasern stark zurück. Nur in Phasen der Baumwollknappheit, vor allem im 2. Weltkrieg, wurde noch einmal auf die altbewährten Faserpflanzen Hanf und Brennnessel zurückgegriffen, was deren Anbau zu einem kurzen Aufschwung verhalf.

Das Aufkommen der synthetischen Fasern in den 1960er Jahren besiegelte jedoch den endgültigen Rückgang dieser Naturfasern. Zudem wurde in den 70er Jahren desselben Jahrhunderts in einigen Ländern der Anbau von Hanf aufgrund unerwünschter 'Nebennutzungen' vollständig verboten. Erst das Bewusstsein für den Umweltschutz verhalf vielen Pflanzenfasern in den letzten Jahrzehnten zu neuem Aufschwung. Denn sowohl im konventionellen Baumwollanbau als auch bei der Herstellung synthetischer Fasern werden grosse Mengen Wasser und Pflanzenschutzmittel bzw. fossile Rohstoffe benötigt. Vor allem der Baumwollanbau ist für seine gesundheits- und umweltschädigenden Auswirkungen bekannt und berüchtigt. Und auch der wirtschaftliche Aspekt sorgt für einen erneuten Aufschwung traditioneller Naturfasern. In Mitteleuropa führte die gesteigerte Nachfrage nach Pflanzenfasern in verschiedenen Industriezweigen, wie beispielsweise der Autoindustrie, zu einem Wiederaufkommen des Faserpflanzenanbaus. So wurde in Deutschland in den 1980er Jahren der Anbau von Flachs wieder forciert, und seit dem Verbotsende für Hanf 1996 nimmt auch dessen Anbaufläche stetig zu. Verarbeitet werden die Pflanzenfasern vor allem als stärkende Elemente in Verbundwerkstoffen wie Formpress-Teilen. Daneben steigt im Bausektor die Nachfrage nach Dämmstoffen aus Naturfasern, auch weil die Verarbeitung und Entsorgung von Mineralfaserdämmungen gesundheitliche und ökologische Probleme mit sich bringen.



Bio-Baumwollbäuerin in Mali
Quelle: Helvetas / Joerg Boething



Blühender Flachs



Geernteter Flachs



Schafherde



Maulbeerseidenspinner und die Seidenkokons