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Wissenswertes über Leinen

Leinengewebe gehören zu den ältesten Stoffen der Menschheit. Bereits die ersten Hochkulturen bauten Flachs an, der gehechelt zu Leinen verarbeitet wurde. Ein Zeugnis für die frühe Nutzung von Stoffgeweben sind in Leinen gehüllte Mumien, welche die Archäologen in den ägyptischen Grabkammern fanden.
Das Gewebe ist relativ fest, nur wenig geschmeidig und wird häufig für Wäsche- und Dekorationsstoffe verwendet. Es wird aus dem auch bei uns heimischen Flachs - auch Lein (Linum) genannt - gewonnen. Die zellulosehaltigen Fasern liegen im Rindengewebe des Stängels und müssen erst isoliert werden. Dazu sind mehrere Schritte notwendig:
Der Faserflachs wird geerntet, wenn die grüne Farbe der Pflanze in Gelb übergeht, wobei man, um möglichst lange Fasern zu erhalten, die Stängel nicht abmäht, sondern die Pflanze mit den Wurzeln aus dem Boden zieht. Zur Fasergewinnung aus den Stängeln müssen die Faserbündel aus dem Gewebe herausgelöst werden. Dieser Prozess, der unter Mitwirkung von Bakterien vor sich geht, wird als Röste bezeichnet. Bei der einfachsten Art, der Tauröste, werden die Stängel dem Wechsel von nächtlicher Befeuchtung durch Tau und täglicher Besonnung ausgesetzt. Gebräuchlicher ist die Warmwasserröste. Dabei werden die Stängel in ca. 35 °C warmes Wasser eingelegt. Wenn die Röste abgeschlossen ist, lassen sich Holz oder Rinde leicht ablösen, so dass nur die Faserbündel zurückbleiben. Das geröstete Material wird getrocknet, dann gebrochen und anschließend gehechelt. Als Abfallprodukt wird Werg gewonnen. Der in Bündel gebundene Flachs ist der Grundstoff für die Leinenindustrie oder für die bäuerliche Leinenherstellung.


Eigenschaften von Leinen:

  • sehr reissfest
  • extrem unelastisch, daher knitteranfällig
  • kochecht
  • bakteriozid
  • fast antistatisch
  • schmutzabweisend
  • natürlichen Glanz und Stärke
  • nimmt bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit auf (wirkt somit kühlend, ist dennoch trocken wärmend)
  • sehr gute Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/mK (daher auch sehr gut zur Dämmung von Gebäuden geeignet)





Getrockneter Flachs





Die Arbeitsamen, Gemälde von Albert Anker, 1883