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Indigoide Farbstoffe

Indigoide Farbstoffe sind wasserunlösliche Direktfarbstoffe. Sie reagieren nicht mit der Faser, sondern lagern sich in Zwischenräumen und Unebenheiten der Faser ein. Vor dem Färben müssen sie mit Alkali und einem Reduktionsmittel in die wasserlösliche Form überführt (verküpt) werden. Man spricht daher auch von der Küpenfärberei.

Von uns verwendete indigoidhaltige Färberpflanzen:

Waid (Isatis tinctoria L.)
Indigo (Indigofera tinctoria L.)



Waid oder Färberwaid (Isatis tinctoria L.)

engl.: Woad; franz.: Indigo de pastel; ital.: Guado

Herkunft: Europa, Westasien und Nordafrika

Färbende Pflanzenteile: Blätter

Bereits die Griechen und Römer nutzten den Waid zum Färben, ebenso die Gallier und Germanen. Im Papyrus Graecus Holmiensis aus dem 3. Jahrhundert v.d.Z. wird die Waidfärberei erwähnt. Plinus vermerkte, dass sich in Britannien Weiber und Mädchen den ganzen Körper färbten, wenn sie zu gewissen gottesdienstlichen Handlungen ganz nackend gehen und haben dann die Farbe der äthiopischen Weiber. Auch Cäsar erwähnte den Waid in seinem Buch über die gallischen Kriege.

Die Pikten rieben ihren Körper vor einer Schlacht ihren Körper mit Waid ein, um noch bedrohlicher auf den Feind zu wirken. Nach dem Zerfall des römischen Reiches diente der Waid allgemein zum Blaufärben.

Er wurde ab dem 13. Jahrhundert in ganz Mitteleuropa kultiviert und ist so einer der bedeutenden Farbstoffe geworden, der den Reichtum ganzer Regionen (z.B. Thüringen und Elsass) auf ihn begründete. Mit der Gründung der ostindischen Handelsgesellschaft 1602 war der Untergang des Waidanbaus in Europa besiegelt. Die holländischen Seefahrer begannen, den deutlich ergiebigeren Indigo aus Indien zu importieren.


Den Waidblätter werden antibakterielle, antikanzerogene, antivirale und adstringierende Wirkungen zugeschrieben. Sie wurden früher zur Wundheilung und gegen Skorbut verwendet.
Waid
(Isatis tinctoria L.)


Indigo (Indigofera tinctoria L.)

engl.: True Indigo; franz.: Indigotier; ital.: Indaco

Herkunft: tropisches Afrika, wurde aber frühzeitig in Indien, China, Sumatra und Brasilien kultiviert

Färbende Pflanzenteile: ganzen Pflanze

Zum ersten Mal wird Indigo von Vitruv im Lehrbuch De architectura erwähnt, wahrscheinlich wurde es 13 v.d.Z. geschrieben. Auch im Historia naturalis von Plinus wurde Indigo erwähnt. Erste Flachsfasern, welche mit Indigo gefärbt wurden, finden sich auf einem Gewand einer ägyptischen Prinzessin um 1000 v.d.Z.. Es gibt auch Vermutungen, dass ein Kleidungsstück um 3000 v.d.Z. aus Theben mit Indigo gefärbt sein soll.

Marco Polo berichtete in seinem Reisewerk über die Zubereitung des Indigos am wichtigsten Herstellungsort Indien. Er beschrieb die Gewinnung des Indigos im Königreich Kulam an der Westküste Indiens. Im 12. Jahrhundert erscheint Indigo in kaufmännischen Handelsbüchern und Zolltarifen. Er kam meistens aus Bagdad, dem Hauptstapelplatz für persischen und indischen Indigo, nach Europa. Die Venezianer und Genuesen übernahmen den Indigohandel und bezogen ihn direkt von den persischen Kaufleuten.

Mit der Gründung der ostindischen Handelsgesellschaft 1602 wurde Indigo in grossen Mengen nach Europa gebracht und bezwang, trotz hohen Schutzzöllen und Androhung des Todes, den bei uns heimischen Waid. Sein deutlich höherer Farbstoffgehalt brachte schliesslich den Durchbruch. Ab 1897 kam der synthetische Indigo durch die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen zu einem sehr günstigen Preis in den Handel und verdrängte den natürlichen Indigo allmählich.


Indigo findet in der Homöopathie Anwendung.
Indigo
(Indigofera tinctoria L.)