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Flavonoide-Farbstoffe

Flavonoid-Farbstoffe sind die am häufigsten vorkommenden Pflanzenfarbstoffe. Sie färben vorwiegend gelb, daher auch der lat. Name flavus=gelb. Sie gehören in die färberische Klasse der Beizenfarbstoffe. Auf Alaunbeize erhält man meistens Gelbtöne, auf Eisenbeize Oliv-, Braun- oder Schwarztöne, auf Kupferbeize Gelboliv-, Grünoliv- oder Brauntöne und auf Zinnbeize kräftiges Gelb- oder Orangetöne. Die Waschechtheit der Färbungen mit Flavonoidfarbstoffe sind meistens gut, ihre Lichtechtheiten können stark schwanken.

Von uns verwendete flavonoidhaltige Färberpflanzen:

Färberwau (Reseda luteola L.)
Färberkamille (Anthemis tinctoria L.)
Küchenzwiebeln (Allium cepa)
Birke (Betula pendula)



Wau oder Färberwau (Reseda luteola L.)

engl.: Weld; franz.: Gaude; ital.: Reseda biondella

Herkunft: Südeuropa

Färbende Pflanzenteile: die ganze Pflanze wird verwendet

Wau gilt als der älteste Farbstoff für Gelb und der einzige mit brauchbarer Lichtechtheit.

Erste Samenfunde stammen von jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen am Pfäffikersee, Neuenburgersee sowie Zürichsee. Es ist aber nicht klar, ob sie bereits zum Färben verwendet wurden. Weitere Samenfunde wurden in der eisenzeitlichen Siedlung von Hochdorf gefunden. Weiter kann aus Texten von Vergil und Vitruv angenommen werden, dass der Wau auch bei den Römern bekannt war. Sicher wurde er aber ab dem 12. Jahrhundert bei uns genutzt. Es ist der wichtigste Gelbfarbstoff.

Im 17. Jahrhundert wurden Kulturen von Londoner Färber in Kent angelegt, später auch in Essex. Auch in Frankreich und Deutschland waren Waukulturen bekannt.

Der Wau wurde früher wie Getreide in Garben auf dem Markt verkauft.


Reseda luteola wurde früher als schweisstreibendes und harntreibendes Mittel eingesetzt.
Färberwau Färberwau
(Reseda luteola L.)


Färberkamille oder Färberhundskamille (Anthemis tinctoria L.)

engl.: Dyer’s Chamomile; franz.: Chamomille des Teinturiers; ital.: Chamomille di tintori

Herkunft: östliches Mittelmeergebiet

Färbende Pflanzenteile: Blüten und Blätter

Die Färberkamille ist eine sehr alte Färberpflanze, ihre Blütenköpfe werden zur Färbung von Textilien aus Naturfasern wie Wolle und Leinen verwendet. Bei Proteinfasern (z.B. Wolle, Seide) ist die Färbung nur wenig licht- und waschecht, auf Baumwolle oder Hanf dagegen sind die intensiven gelben Farbtöne sehr lichtecht.


Färberkamille wurde als Stärkungsmittel und Wurmmittel eingesetzt.
Färberkamille Färberkamille
(Anthemis tinctoria L.)


Küchenzwiebeln (Allium cepa)

engl.: Onion; franz.: Oignon; ital.: Cipolla

Herkunft: unbekannt, vermutlich Mittelasien

Färbende Pflanzenteile: Die äusseren Schalen der gelben Gemüsezwiebel

Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wird schon seit mehr als 5‘000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze kultiviert. Zum Färben wurde sie wohl schon von den Ägyptern genutzt, sicher aber von den Römern und später im Mittelalter in der klassischen Hausfärberei.


Zwiebeln haben eine ganze Reihe von medizinischen Anwendungsgebieten, sie sind schleimlösend, entzündungshemmend, blutreinigend, blutverdünnend, blutdrucksenkend, entwässernd, blutzuckersenkend, verdauungsfördernd, stärkend, aphrodisierend und antibiotisch wirksam. Zwiebeln finden in der Homöopathie Anwendung.

Zwiebel Küchenzwiebel
(Allium cepa)


Weissbirke oder Hängebirke (Betula pendula)

engl.: Silver Birch; franz.: Bouleau verruqueux; ital.: Betilla verrucosa

Herkunft: Europa und gemässigtes Asien

Färbende Pflanzenteile: Blätter

Geschichtliches gibt es über das Färben mit Birkenblätter wenig bis keine Nachweise, es darf aber davon ausgegangen werden, dass sie schon sehr lange in der Hausfärberei verwendet worden ist.


Die Blätter der Betula pendula helfen als Tee bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnblase und Nieren, auch bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen werden sie eingesetzt. In Haarwassern sollen sie bei Haarausfall und Schuppenbildung helfen. Sie wird in der Homöopathie eingesetzt. Birkenblätter finden in der Homöopathie Anwendung.
Birke Birke
(Betula)