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Andere Farbklassen

Es gibt noch einige andere Farbstoffklassen; die von uns verwendeten sind in der Folge kurz angesprochen.

Von uns verwendete benzochinonhaltige Färberpflanzen:

Färberdistel (Carthamus tinctorius L.)


Von uns verwendete carotinoidhaltige Färberpflanzen:

Safran (Crocus sativus)


Von uns verwendete neoflavonoidhaltige Färberpflanzen:

Rotholz (Caesalpinia sappan)
Blauholz (Haematoxylum campechianum)


Von uns verwendete naphthochinonhaltige Färberpflanzen:

Walnuss (Juglans regia)



Färberdistel oder Saflor (Carthamus tinctorius L.)

engl.: Safflower; franz.: Carthame des Teinturies; ital.: Asfore, Cartamo

Herkunft: Orient

Färbende Pflanzenteile: Blüten

Als uralte Kulturpflanze wurde sie bereits 3500 v.u.Z. in Ägypten als Färbepflanze verwendet. Die Römer brachten die Pflanze über den Mittelmeerraum nach Mitteleuropa, wo sie mindestens seit dem 13. Jahrhundert genutzt wird. Ab dem 17. Jahrhundert wurde der Saflor systematisch im Elsass, Thüringen u.a. angebaut. Durch Importe aus dem Osten ging im 18. Jahrhundert der Anbau langsam zurück. Um 1900 wurde das Saflorrot durch synthetische Anilinfarbstoffe ersetzt.
Färberdistel
(Carthamus tinctorius L.)


Safran (Crocus sativus)

engl.: Saffron; franz.: Safran; ital.: Zafferano

Herkunft: Vorderasien, später Mittelmeergebiet

Färbende Pflanzenteile: Blütennarbe

Safran ist einer der ältesten Farbstoffe zum Färben von Textilien, er wird bereits auf akkadischen Tontafeln aus dem 2. Jahrhundert v.d.Z. erwähnt. Freskodarstellungen des Safrans aus der Minoerzeit auf der Insel Kreta lassen dessen Nutzung vermuten. Ebenfalls liegen Berichte von Dioskurides und auch von Strabo vor, in welchen der Safran behandelt wird.

Die Araber waren es, welche im frühen Mittelalter mit der Ausbreitung des islamischen Glaubens auch den Anbau der Crocus-Pflanze nach Zentralasien und über Ägypten und Nordafrika nach Spanien brachten, wo er seit dem 9. Jahrhundert bekannt ist.

Die Römer unterhielten Kulturen in den Abruzzen und in Sizilien, da sie den Safran nicht nur zum Färben nutzten, sondern auch Künstlerpigmente daraus herstellten, wie Funde aus Pompeji beweisen. Vom römischen Reich wurde der Safrananbau bis nach Frankreich getragen. Um 1420 wurde der Safran auch in Basel angebaut und vertrieben. Klimatisch ungünstige Jahre brachten das lukrative Gewerbe zum Erliegen, einzig im Wallis konnte er sich bis heute (allerdings im kleinen Rahmen) halten.


Crocus sativus wurde zur Verdauungsanregung verwendet, er ist auch schmerzstillend, krampflösend, appetitanregend, blähungsabbauend, schweisstreibend, schleimlösend und beruhigend. Grössere Mengen wirken narkotisch und können abortiv wirken. Crocus sativus ist giftig. Safran findet in der Homöopathie Anwendung.
Safran
(Crocus sativus)


Rotholz oder Brasilholz (Caesalpinia sappan)

engl.: Sappanwood; franz.: brésillet, sappan

Herkunft: Nord- und Südamerika

Färbende Pflanzenteile: Kernholz

Die frühen südamerikanischen Hochkulturen verwendeten das Rotholz zum Färben von Textilien und zur Herstellung von Farblacken. Vor der Entdeckung Amerikas kam das Rotholz über die Seidenstrasse aus Ostindien. Um 1450, mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Türken, wurde der Handelsweg unterbrochen und Rotholz war Mangelware. Nach der Entdeckung Amerikas wurde es von dort in grossen Mengen importiert.
Rotholz
(Caesalpinia sappan)


Blauholz, Campecheholz oder Blutholz (Haematoxylum campechianum)

engl.: Logwood; franz.: Bois de campêche

Herkunft: Zentralamerika und nördliche Teile Südamerikas

Färbende Pflanzenteile: Kernholz

Mit der Eroberung Mexikos durch Cortez im Jahr 1522 kam auch das Blauholz nach Europa. Es galt früher als sehr kostbar. Seeräuber griffen die Transportschiffe an, so dass die spanische Marine den Schiffen einen militärischen Geleitschutz mitgab. Im 17. und 18. Jahrhundert war der Farbstoff in Europa sehr beliebt, England importierte bis zu 13‘000 Tonnen Blauholz pro Jahr.
Blauholz
(Haematoxylum campechianum)


Walnuss (Juglans regia)

engl.: Walnut Tree; franz.: Noyer commun; ital.: Noce comune

Herkunft: Europa und Asien

Färbende Pflanzenteile: Blätter oder grüne Schale

Die Walnuss ist seit über 9000 Jahren als Nahrungsmittel bekannt. Ab wann und wo sie als Färbemittel eingesetzt wurde, ist wenig bekannt. Traditionell wird sie in der Hausfärberei verwendet.


Die Blätter werden zur Blutreinigung und bei Hauterkrankungen eingesetzt. Sie helfen bei leichten Entzündungen der Haut und vermindern übermässige Schweissbildung der Hände und Füsse. Wallnussblätter finden in der Homöopathie Anwendung.
Walnuss
(Juglans regia)